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Wie fotografiert man eigentlich Himmels-Feuerwerk und Bodenfeuerwerk ?


Da Feuerwerk am besten im Dunkeln zur Geltung kommt,
liegt eure Vermutung sicher richtig, wenn ihr auf Langzeitbelichtung tippt.




Was ihr braucht:

Kamera :)
ein Weitwinkelobjektiv
Stativ
Fernauslöser
eventuell einen ND-Filter, Timer

dicke Klamotten
einen Standort mit genügend Ausblick
Geduld

Das einfachste ist nun die Kamera auf Feuerwerkmodus zu stellen und
munter drauflos zu knipsen.

Jedoch kommen die meisten Automatikprogramme nicht wirklich gut mit
einer solchen Aufnahme zurecht.


Professioneller wird es mit dem manuellen Modus der Kamera (M-Modus).
Wir rüsten die Kamera zunächst mit dem Fernauslöser und dem Weitwinkelobjektiv
aus und montieren sie dann auf dem Stativ.
Das Objektiv stellen wir auf manuellen Fokus und schalten den Bildstabilisator ab.

Wir richten die Kamera auf den Nachthimmel z.B. über einem Dorf
aus und stellen den Fokus auf unendlich.


Nun zu den Kameraeinstellungen:

ISO 100 um ein möglichst rauschfreies Ergebnis zu erhalten.
Die Blende sollte zwischen 7 und 11 liegen.
Teilweise habe ich aber auch schon tolle Aufnahmen mit Offenblende um die f3,5
gesehen.
In der Regel sollte die Blendenzahl erhöht werden, wenn das Bild zu hell erscheint
und entsprechend kleiner, wenn das Bild zu dunkel erscheint.

Die Belichtungszeit sollte zunächst zwischen 3 und 5 Sekunden liegen.
Das meiste Feuerwerk was hochgeballert wird dauert im Schnitt 3,5 Sekunden.
Ist die Belichtungszeit zu kurz gewählt, ist der Lichteffekt noch nicht abgeschlossen,
man sieht vielleicht nur eine Leuchtspur. Ist die Belichtungszeit zu lang,
so überschneiden sich mehrere Leuchtspuren von neu hochgeschossenem Feuerwerk.

Man kann nun mit dem Blendenwert und der Belichtungszeit etwas herumspielen.
Mit der Blende wird die Helligkeit des Bildes beeinflusst und mit
der Belichtungszeit die Länge der Streifen / Schlieren der Raketen.

Man kann die korrekten Einstellungen und den Standort auch schon vor
Silvester ausprobieren, denn hier ballern viele Leute schon einiges in die Luft.
In jedem Fall solltet ihr auf die Belichtungsmessung der Kamera achten,
dass diese sich nicht im + Bereich befindet.
Ansonsten wird der Himmel nicht mehr dunkel dargestellt.


Wenn man einen Timer besitzt, ist nun die Zeit diesen einzusetzen.
Die meisten Timer bieten nämlich auch eine Intervallauslösung an.
Hat man ein paar Testfotos geschossen und diese für gut befunden,
einfach den Intervall auslösen und die Kamera z.B. alle 2 Sekunden
für 3,5 Sekunden auslösen. 

Ihr könnt auch mal eine wesentlich längere Belichtungszeit wählen,
lasst eurer Experimentierfreudigkeit freien Lauf.


TIPP: Sucht euch einen schönen ruhigen Platz, etwas entfernt vom
Geschehen und richtet Eure Kamera auf den Nachthimmel aus.
Ein kleiner Hügel oder eine Erhöhung eignet sich dafür besonders gut.

Bodenfeuerwerk
Fotografiert ihr Bodenfeuerwerk so kann das helle Licht eventuell 

dazu führen, dass das Bild im Mittelpunkt wesentlich zu hell wird.
Hier braucht man wesentlich kürzere Verschlusszeiten.
Fangt bei 1/125 an und steigert dies dann nach Bedarf.
Auch die Blende sollte hier möglichst geschlossen bleiben (f11-13).
ISO bleibt nach wie vor am Besten auf 100.
Löst die Kamera im Serienbildbetrieb aus oder per Timer
mit der Intervallfunktion. So geht ihr auf Nummer Sicher,
dass ihr alle Effekte einfangt.
Nutzt die Intervallfunktion und orientiert euch am Aufdruck
des Feuerwerks bezüglich der Länge (Abbrenndauer)
Dauert dies 90 Sekunden müsst ihr entsprechend ca. 100
Bilder zu á 1 Sekunde auslösen und so weiter.
Auch der Fokus wird beim Bodenfeuerwerk anders
eingestellt als beim Himmelsfeuerwerk.
Da ihr in der Regel näher am Geschehen seid,
leuchtet die Feuerwerksbatterie, Vulkan oder sonstiges
vorher mit der Taschenlampe an und fokussiert diesen
dann im MF (manuellen) Modus.


IMG_0529

Für sämtliche Feuerwerksfotografien gilt jedoch: 

DIESE WERDEN IM RAW-FORMAT AUFGENOMMEN !!!

Dies ermöglicht später eine bessere Bearbeitung, insbesondere beim
Weißabgleich. Das Feuerwerk soll schließlich möglichst verlustfrei in
Szene gesetzt werden.

TIPP: Haltet euch mit eurer Kamera fern von Menschen,
oft sind diese angetrunken oder besonders lustig und rempeln euch
die Kamera samt Stativ um.

Probiert doch auch mal einen Gitternetzfilter in Kombination mit Feuerwerksfotografie aus.
Post date: 2014-12-29 00:01:53
Post date GMT: 2014-12-28 23:01:53


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